Notfallblatt für Kinder in der Wohngruppe: was rein muss
Ein Notfallblatt ist das eine Dokument, das im Ernstfall wirklich gelesen wird, oft von jemandem, der das Kind kaum kennt: dem Nachtdienst, einer Vertretung, dem Rettungsdienst. Es muss deshalb ohne Vorwissen verständlich sein und trotzdem knapp bleiben, eine Seite, nicht ein Auszug aus der Akte.
Die folgende Checkliste ist bewusst allgemein gehalten. Sie ersetzt keine trägerinterne Vorgabe und keine fachliche oder rechtliche Prüfung im Einzelfall.
Grunddaten
- Vollständiger Name, Rufname, Geburtsdatum
- Wohngruppe und Zimmer
- Aktuelles Foto (erleichtert die Zuordnung für Dritte, z. B. den Rettungsdienst)
- Zuständige Bezugsbetreuung mit Erreichbarkeit
Gesundheit
- Bekannte Allergien, auch gegen Medikamente
- Dauermedikation mit Dosierung und Einnahmezeiten
- Chronische Erkrankungen, die im Notfall relevant sind (z. B. Epilepsie, Diabetes, Asthma)
- Name und Erreichbarkeit des behandelnden Kinderarztes
- Krankenversicherung und Versichertennummer
Verhalten und Besonderheiten
Dieser Teil ist der heikelste und der wichtigste zugleich, gerade weil er personenbezogene Einschätzungen enthält, die sensibel bleiben, auch für den Nachtdienst.
- Bekannte Fluchtneigung, insbesondere Orte oder Auslöser, an denen sie typischerweise auftritt
- Selbst- oder Fremdgefährdung, soweit bekannt, mit Verhaltenshinweisen statt bloßer Etikettierung
- Bekannte Trigger und bewährte Deeskalationsstrategien für genau dieses Kind
- Sprachbarrieren oder Kommunikationsbesonderheiten
Kontakte
- Sorgeberechtigte mit Erreichbarkeit, auch außerhalb üblicher Zeiten
- Zuständiges Jugendamt und Fallzuständigkeit
- Bereitschaftsdienst des Trägers
- Weitere Bezugspersonen, sofern für einen Notfall relevant
Rechtliches
- Umfang des Sorgerechts, insbesondere Einschränkungen (z. B. Gesundheitssorge bei den Eltern)
- Wer im Notfall medizinische Entscheidungen treffen darf, wenn Sorgeberechtigte nicht erreichbar sind
- Vorliegende Einwilligungen, etwa zu Notfallbehandlungen oder Auskünften gegenüber Dritten
Pflege und Aufbewahrung
Ein Notfallblatt ist nur so gut wie sein letzter Aktualisierungsstand. Sinnvoll sind ein fester Verantwortlicher für die Pflege, ein Anlass für die Überprüfung (z. B. bei jedem Hilfeplangespräch), und ein Aushangort, der auch nachts ohne Suchen auffindbar ist. Gleichzeitig enthält das Blatt Gesundheitsdaten, Schutzstufe entsprechend hoch: Aushang und Weitergabe sollten so eng wie möglich auf den tatsächlichen Bedarf begrenzt bleiben.
Wie JuBase das löst
In JuBase gehört das Notfallblatt zur Akte, nicht zu einem Zettel im Dienstzimmer: verschlüsselt gespeichert, mit den Fallrechten der bestehenden Akte verknüpft und druckbar für den Nachtdienst, wenn ein Ausdruck tatsächlich gebraucht wird.